Advent, Advent….Was bedeutet das eigentlich?

Für die meisten von uns ist die Adventszeit eine Zeit der Hektik und des Stresses. Das Geschäft muss auf Jahresende “getrimmt” werden, letze Renovierungen wollen gemacht, Weihnachtskarten geschrieben und Geschenke gekauft sein. Weihnachtsfeiern sollen besucht und die eigene Feier zuhause ein familiäres Event werden.

Dabei ist die jahrhunderte alte Geschichte dieser Zeit mittlerweile im Konsumrausch, in Feier- und Essensexzessen beinahe gängzlich untergegangen.

Aber was bedeutet denn nun eigentlich “Advent”? Was ist die “Geschichte” hinter diesen wichtigen Feiertagen zum Jahresende, die uns eigentlich einander näherbringen und dem Jahr einen schönen Abschluß geben sollten?

Hier ein kurzer Überblick, der vielleicht auch wieder ein bisschen zum Nachdenken anregt:

Der Begriff Advent entstammt dem griechischen Begriff für Erscheinung (epipháneia) und wurde im römischen Reich verwendet, um die Ankunft und die Anwesenheit von Königen, Kaisern oder Gottheiten auszudrücken. Die Christen übernahmen das Wort schließlich für ihre Beziehung zu Jesus.

Der Advent im christlichen Kontext wurde ursprünglich als Fastenzeit begangen und reichte vom 11.11. bis zum ursprünglichen Weihnachtstermin am 06.01., dem Fest der Erscheinung des Herrn. Nicht nur das Essen war während dieser Zeit reglementiert, auch das Tanzen und Feiern war nicht gern gesehen.

Ein spiritueller Hintergrund ist zudem, das wir in der dunklen Jahreshälfte sehr viel weniger aktiv sind, die Tage werden kürzer, der Wunsch nach Ruhe, Wärme und Behaglichkeit steigt, der Geist blickt mehr nach Innen statt nach Außen. Vor allem die Weihnachtszeit wurde so auch zu einer Zeit der inneren Einkehr und der geistigen Praxis

Und des Verzichtes: Wie bereits erwähnt, wurde die Adventszeit einst als Fastenzeit begangen – man verzichtete auf bestimmte Nahrungsmittel, verbot sich die schönen Dinge und richtete so den Fokus auf das bevorstehende Fest, an dem die Fülle und die Wiederkehr des Lichtes (und damit des Lebens) zelebriert werden soll. Der Tag folgt der Nacht, das Licht der Dunkelheit – so ist die Fülle der Kontrast zum Verzicht und ein Symbol des Lebens und der Hoffnung auf das herannahende Gute im neu erwachenden Kreislauf des neuen Jahres.

Im 7. Jahrhundert wurde die Adventszeit auf die heute geläufige festgelegt. Somit dauert die christliche Adventszeit 22 bis 28 Tage und startet je nach Jahr zwischen dem 27. November und dem 03. Dezember. Diese vier Wochen andauernde Fastenzeit wurde auf dem Konzil von Lerida im Jahr 524 festgelegt und angeordnet. Dabei sollte diese Zeit – ähnlich wie die Zeit vor Ostern – der Besinnung und dem Nachdenken dienen. Die traditionelle Kirchenfarbe für den Advent ist Violett, die für Trauer und Buße steht. Der ursprüngliche Fastengedanke der Adventszeit ist auch heute noch in Teilen vorhanden. – So ist der traditionelle Weihnachtskarpfen ein Relikt davon, da gerade für Zeiten des Fastens Fischgerichte vorgesehen waren.

Die Festlegung einer vierwöchigen Adventszeit ist keineswegs willkürlich. Im Mittelalter war nämlich der Glaube weit verbreitet, dass die Erde 4000 Jahre vor der Geburt Christi geschaffen worden sei. Damit wurden die vier Adventswochen zum Symbol für die vier Jahrtausende, in denen die Menschen auf die Ankunft des Heilands warten mussten.

Im Laufe der Zeit hat die Adventszeit einen starken Wandel durchlaufen. Heute stellt der Advent eher eine Art des Feierns als eine Art des Fastens dar, was vor allem durch die verwendeten Farben Rot und Grün deutlich wird. Die Farben des Advents haben teilweise ihre Ursprünge im heidnischen Glauben. Die Germanen stellten beispielsweise wintergrüne Pflanzen in ihre Häuser, um so Dämonen und böse Geister abzuwehren. Ein Brauch, der auch nach der Christianisierung aufrechterhalten wurde. Das Grün repräsentiert in den dunklen, kalten Nächten des Winters die Hoffnung auf Trost und Kraft. Mit Rot wird die Freude auf Jesu Geburt dargestellt. Darüberhinaus symbolisiert das Grün auch die Treue zu Christus und das Rot fungiert als Farbe des Blutes, das Jesus am Kreuz für die Menschheit vergossen hat.

Geschichtlich gesehen sind die Adventszeit und Weihnachten Überbleibsel heidnischer Bräuche, welche die Kirche verbieten und ausrotten wollte. So gibt es alte deutsche Urkunden über Ratsverordnungen, die den Weihnachtsbaum erwähnen und die das Ausputzen der Stuben mit Tannengrün und Bäumen verbieten. Und auch die Weihnachtskekse sollten verboten werden, da die Formen des Gebäcks die Alten Heidnischen Göttern darstellten. Aufgrund des Widerstandes in der Bevölkerung, ging sie jedoch dazu über, die alten germanischen Bräuche für sich umzumünzen, auch weil sich die Menschen sehr viel leichter zum Christentum bekehren liessen, wenn man ihnen die Symbolik ihrer Feste und Bräuche ließ und diese nur inhaltlich veränderte.

So ist nach heidnischem Brauch “Weihnachten”das Fest der Wintersonnenwende, in der die Sonne ihren tiefsten Stand erreicht. Es ist die längste Nacht im Jahr, bevor die Tage wieder länger werden. Das Wort Weihnachten kommt von der geweihten Nacht, auch Julfest genannt. Jul wiederum ist aus dem nordischen und bedeutet „Rad des Lebens“.

In Skandinavien findet das Weihnachtsfest auch heute noch unter dem Namen Julfest statt, wobei der geschmückte Tannenbaum und auch die Geschenke den heidnische Bräuchen entnommen wurden.

Auch für das Julfest gab es eine Vorbereitungszeit, von der uns der Brauch des Adventskranzes erhalten geblieben ist, Beim Julkranz war es allerdings genau anders herum – es wurden alle vier Kerzen angezündet, um Licht in die dunkelste Jahreszeit zu bringen und dann wurde bis zum 21 Dezember jede Woche eine Kerze weniger angezündet, gleich dem abnehmenden Sonnenlicht. Dann, am 21 Dezember, am Tag der Wintersonnenwende, wurde ein Julfeuer als Symbol der wiederkehrenden Sonne entzündet.

Wenn das Feuer am stärksten brannte, wurden alle Julkränze der Gemeinschaft dem Feuer übergeben.

Der Julkranz war geflochten aus immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefer, Efeu und Wacholder denen man schützende und heilende Kräfte zuschrieb.

Dem 21 Dezember, folgten dann die 12 Rauhnächte. Das waren Festtage, in denen das Haus geräuchert wurde, mit den Worten „Glück ins Haus – Unglück hinaus“. In dieser zwölftägigen Friedenszeit, stand das Haus für Gäste offen, die mit feinen Köstlichkeiten reich bewirtet wurden.

Für die Germanen hatten die zwölf Rauhnächte große Bedeutung. Sie standen symbolisch für je einen Monat des folgenden Jahres. In diesen Nächten wurden die Orakel befragt; dieser germanische Brauch hat sich bis heute im Bleigießen, Glücksamuletten und ähnlichem zu Silvester erhalten.

Auch das Feuerwerk kann vom Julfeuer abgeleitet werden. Es soll die bösen Geister vertreiben und das Licht des Frühlings symbolisieren.

 

 

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